Homekit mit nicht HomeKit Komponenten erweitern

Vor kurzem habe ich angefangen mich mit dem Thema SmartHome auseinanderzusetzen. Grund dafür war die Anschaffung von 2 HomePod Minis. Allerdings habe ich nach kurzer Zeit festgestellt, dass die unterstützen Komponenten für HomeKit preislich weit über denen der Konkurrenz (Google, Alexa und Co.) liegen. Also suchte ich nach einer Lösung.

Wozu das Ganze ? Es gibt doch die Hersteller-Apps.

Richtig. Es gibt die Hersteller-Apps, allerdings sind auch diese untereinander nicht kompatibel und man müsste so für jeden Hersteller ein App nutzen, die auch keine übergreifende Automation ermöglichen.

Ich wollte lieber alles über eine App, die auch per Sprachbefehl gesteuert werden kann, steuern, anstatt hier nur per Klick in einer App etwas zu starten. Außerdem sind HomeKit kompatible Komponenten ein ganzes Stück teurer.

In meinem Fall habe ich für 4 schaltbare Refoss Steckdosen 29,99 € anstatt pro Meross Steckdose für HomeKit 44,99 € bezahlt. Einen Lichtschalter von Meross für 10,99 € anstatt Meross Lichtschalter für HomeKit 29,99 €.

Ich habe als für meine 5 Komponenten 40,98 € anstatt 209,95 € bezahlt. Eine satte Ersparnis von 168,97 € !!!

Selbst mit Abzug meiner endgültigen Lösung und einmaliger Anschaffung des Raspberry Pi 4b habe ich noch 53,98 € gespart.

Die Lösung: HomeBridge

Schon nach kurzer Zeit bin ich hier auf die Lösung der Software Homebridge gestossen. Diese ist frei und kostenlos verfügbar und bietet genau das, was ich gesucht habe. Sie bindet nicht HomeKit kompatible Komponenten mit ein bisschen Konfiguration in HomeKit ein. Leider ist dies nicht einfach eine App die man installiert und direkt mit einem Klick funktioniert, sondern eine eigenständige Server-Software.

Auf der Projektseite von HomeBridge, gibt es diese für alle geläufigen Betriebssysteme für Server oder Desktop PCs (Linux, macOS, Windows und Docker).

Installation & Konfiguration der HomeBridge

Ich dachte mir, ich teste es mal aus und habe mich für die Windows Variante als Hyper-V Image entschieden. Diese lässt sich auf der Pro Version von Windows als virtuelle Maschine im Hintergrund ausführen.

Die Installation lief reibungslos mit der Anleitung der Projektseite und war nach ein paar Minuten gestartet. Die Konfiguration der Software verläuft über das Webinterface und ich empfand diese als zum Größenteil als selbsterklärend. Die Kompatibilität der SmartHome Komponenten wird durch installieren passender PlugIns gewährleistet.

Ich habe mir als erste Komponenten Steckdosen von Refoss und einen Lichtschalter von Meross bestellt und musste, da diese Modelle baugleich oder direkt von Meross sind, noch das Meross Plugin installieren. Zuvor war es nötig die Hersteller-App von Meross zu installieren, ein Konto zu erstellen und die Komponenten dort zu registrieren. Danach musste ich das Meross Plugin so konfigurieren, dass es mein Meross Konto nutzt. Hier genügten die Login-Daten und meine Komponenten wurden hier automatisch zur HomeBridge hinzugefügt. Mein Samsung SmartTV ließ sich ebenfalls über ein PlugIn einbinden, hierzu musste ich für meinen TV das “Samsung Tizen” PlugIn installieren und IP und MAC-Adresse des TVs angeben.

HomeKit konfigurieren

Zum hinzufügen der Komponenten, müssen wir noch die HomeBridge in HomeKit einbinden. Hierzu habe ich die Home-App auf meinem iPhone geöffnet und auf “ein neues Gerät hinzufügen” ausgewählt. In dem nachfolgendem Bildschirm muss man dann noch den QR-Code der HomeBridge scannen. Diesen findet Ihr auf der Startseite des Webinterfaces der HomeBridge. Danach wird die Warnung der inkompatiblen Komponenten ignoriert und trotzdem fortgefahren. Wenn die HomeBridge hinzugefügt wurde, erscheint automatisch die Konfiguration der zuvor registrierten Komponenten aus der HomeBridge. Hier die Räume, Bezeichnung und Funktion korrekt auswählen. Danach sind die Komponenten auch schon in der Home-App verfügbar und können benutzt werden.

Ab jetzt könnt Ihr dies wie HomeKit Komponenten nutzen und zu Automatisierungen hinzufügen und auch per Siri steuern.

Zum Testen gut, aber….

Ich war begeistert, dass dies ohne Probleme funktioniert hatte, allerdings musste ich so meinen PC leider dauerhaft laufen lassen, was für mich keine Lösung darstellte, aber zum Testen akzeptabel.

Die endgültige Lösung

Die beste Lösung liegt hier ganz klar darin, einen günstigen Server zu finden, der günstig in Anschaffung und Unterhalt ist. Ich habe mich für den Raspberry Pi 4b entschieden. Dieser ist klein, energiesparend, kostet als Set knapp 110 € und bietet eine einfache Installation für die HomeBridge.

Raspberry Pi 4b vorbereiten

Für meine Positionierung habe ich mir den Standort meines Routers ausgesucht. Dieser steht auf dem Dachboden und hier möglichst außer Reichweite von unseren Kindern und Hunden. Ihr benötigt den Raspberry Pi (4b), SD-Karte, LAN-Kabel und am Besten ein Gehäuse. Hier habe ich mich für dieses Set entschieden. Außerdem wird ein Computer mit SD-Kartenleser benötigt um das Betriebssystem auf der SD-Karte zu installieren. Habt Ihr all diese Komponenten, steht Euch dem Start Euer HomeBridge nichts im Wege.

Um das Betriebssystem auf der SD-Karte zu installieren, nutzt Ihr am Einfachsten den Raspberry Pi Imager. Die Software gibt es für macOS, Windows und Ubuntu. Nach der Installation einfach die SD-Karte in den Kartenleser stecken, das Programm öffnen. Danach wählt Ihr unter “OS wählen”, “Other specific purpose OS”, “HomeBridge” und wählt die aktuelle Version der HomeBridge aus. Danach “SD-Karte auswählen” und Eure SD-Karte auswählen und die Installation starten. Nach dem Abschluss des Schreibvorgangs, könnt Ihr das Programm beenden und die SD-Karte in den Raspberry Pi stecken und diesen in Betrieb nehmen und mit dem Netzwerk verbinden.

Die Konfiguration des Raspberry Pi

Jetzt benötigt Ihr noch die IP-Adresse des Raspberry Pi, diese erfahrt Ihr am einfachsten über die Oberfläche Eures Routers. Habt Ihr diese ermittelt, öffnet Ihr Euren Webbrowser und tippt in der Adressleiste die IP-Adresse des Raspberry Pi (z.B. 192.168.0.20) gefolgt von “:8581” ein (im Beispiel also “http:// 192.168.0.20:8581”). Dies ist die Adresse des Webinterfaces zur Konfiguration der HomeBridge. Nach Eingabe der Logindaten (Benutzername “admin” und Passwort “admin” ohne “) öffnet sich das Webinterface (Ihr solltet hier unter Einstellungen und Benutzerkonten , immer das Standard Passwort ändern !) . Beginnt mit der Konfiguration Euer Homebridge mit denen für Euch passenden PlugIns. Werden hier alle Komponenten korrekt angezeigt ist Eure HomeBridge konfiguriert und kann in der Home-App hinzugefügt werden.

Ab jetzt stehen Euch alle Funktionen immer zur Verfügung.

Ich hoffe dieser Artikel hat Euch geholfen und wünsche Euch viel Spaß beim Geldsparen.

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